Phoca Font Plugin requires Phoca Font Component Gemeinsame Pressemitteilung zum Stadionbau

1.FC Saarbrücken: Der Kater nach dem Rausch

Verfasser:

Bernd Gauer (Fanclubverband 1.FC Saarbrücken)

Rainer Buch (Treue Jungs F1; Fanclub des 1.FC Saarbrücken)

Claus Kuhn

Patrick Scholler (Initiator Fan-Demo)

 

Kaum ein Fußball-Team in Deutschland konnte vor Corona so viele Sympathien auf sich vereinen wie der Viertligist 1. FC Saarbrücken. Mit rauschenden, blau-schwarz Siegen gegen geradezu unbezwingbare Gegner aus der 1. und 2. Bundesliga beherrschten Batz, Jänicke, Jurcher und Froese die Schlagzeilen der bundes-, ja sogar der europa- und weltweiten Presse. Sogar die New York Times nahm sich des Vereins an, der das Märchen von David gegen Goliath Realität werden ließ.

Knappe vier Wochen ist der Spuk vorbei. Das Match gegen den Europa-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen war nach weniger als 20 Minuten entschieden. Das schmerzte uns Fans, doch wir konnten nach den vorangegangenen Auftritten unserer Mannschaft mit der erwartbaren Niederlage damit leben. Tage später wurde bekannt, dass der Regionalligaverband Südwest den 1. FC Saarbrücken als Aufsteiger in die 3. Bundesliga bestimmt hatte. Der gemeinhin als FCS bezeichnete Club schwebte kollektiv auf Wolke 7.

Doch dann folgte der emotionale Absturz: Ende Juni „rutschte“ dem Saarbrücker Baudezernenten Prof. Heiko Lukas in einem Nebensatz heraus, dass das seit fünf Jahren im Bau befindliche Ludwigsparkstadion bestenfalls im März 2021 fertiggestellt werden könnte. Für den 1. FC Saarbrücken und uns Fans bedeutet dies, dass alle Heimspiele im fernen Frankfurt ausgetragen werden müssen, denn dieser Standort wurde als Ausweichstadion gemeldet, da das für die Regionalliga genutzte Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion den Drittligakriterien des DFB nicht entspricht. Im kleinen Saarland existiert leider keine einzige entsprechende Sportstätte. In Rheinland-Pfalz kämen die Stadien des FK Pirmasens, des 1. FC Kaiserslautern und von Mainz 05 in Betracht. Doch hier befürchten die Polizeibehörden aufgrund der großen Fanrivalitäten schwere Auseinandersetzungen. Da blieb den Saarbrücker Verantwortlichen um Geschäftsführer David Fischer und Stadion-Vorstand Christian Seiffert nur beim befreundeten FSV Frankfurt anzufragen. Natürlich unter der Maßgabe, dass es eine Ausweichlösung bleiben sollte.

Aktueller

Der Liga-Neuling wird also aller Voraussicht nach sämtliche Heimspiele am 160 Kilometer entfernten Bornheimer Hang austragen. Da besänftigte es uns Fans wenig, dass der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt seinen vorlauten Baudezernenten von dem Projekt abzog und den Leiter der ausführenden städtischen Gesellschaft GIU, Jürgen Schäfer, absägte. Nach endlosen Pleiten, Pech und Pannen, zu denen nicht zuletzt die Saarländische Landesregierung beigetragen hatte, als sie anordnete, das Stadion in Einzelgewerken zu vergeben anstatt den Bau von einem Generalunternehmer errichten zu lassen. Letztere Lösung wurde 2017 mit 28 Mio. Euro angeboten. Der aktuelle Stand der Ausgaben nach Ausschreibung in Einzelgewerken liegt bei 46,5 Mio - Ende ausdrücklich offen. Ein unfassbare Summe für ein Ministadion mit einer Kapazität von lediglich 16.000 Zuschauern, bei dem ledig drei der vier Tribünen neu errichtet werden.

 

Uns Anhänger steht es verständlicherweise Oberkante Unterlippe. In einer Onlinepetition (https://www.openpetition.de/petition/online/fc-saarbruecken-in-den-ludwigspark) wenden wir uns an die saarländische Politelite, und fordern sie auf, dafür zu sorgen, dass der FCS schnellst möglich wieder seine Spiele im Ludwigsparkstadion ausrichten kann, notfalls in der Baustelle. Was in Karlsruhe und Offenbach funktioniert, müsse auch in Saarbrücken umsetzbar sein. Tatsächlich wird der neue Bauleiter im „LuPa“, Martin Welker nun versuchen, in diesem Jahr wenigstens Geisterspiele zu ermöglichen. Davon halten wir die Fans allerdings wenig. Wir wollen dabei sein, wenn der 1. FC Saarbrücken seine erste Drittligasaison seit sieben Jahren startet und verweisen auf die verheerende Umweltbilanz, welche das Austragen der Heimspiele in Frankfurt mit sich bringe. Gute 300 - 400 Tonnen CO2 würden unnötig in die Luft geblasen und das nur, weil keine mobile Verzehrstände (z.B. Container, Bierwagen) zugelassen werden.

 Unserem Protest möchten wir am 18. Juli, 12 Uhr durch eine Menschenkette rund um das Ludwigsparkstadion Ausdruck verleihen.